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Artikel über baukunst-nuernberg.de in der Nürnberger Zeitung vom 08.09.2006

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Epoche:  Renaissance

Ehem. Zeugmeisterhaus ("Zeughaus")

Pfannenschmiedsgasse 24
Externer Link Karte im Stadtplandienst Nürnberg

1588
Hans Dietmair

Das heutige als "Ehemaliges Zeughaus" bekannte Gebäude ist nur ein winziger Rest der Gesamtanlage der einstigen reichsstädtischen Zeughäuser.1 Sie dienten als Aufbewahrungsort des umfangreichen Waffenarsenals der Stadt Nürnberg.2

Bei dem noch bestehenden Bauteil handelt es sich um den früheren Torbau, in dessen ersten Obergeschoß sich in früheren Zeiten die Wohnung des Zeugmeisters befand.3 Diese Funktionen erklären auch die besonders represäntative Gestaltung des Gebäudes, denn bis auf ein reizvolles, früher oft fotografiertes Treppentürmchen und ein Portal waren die eigentlichen Lagergebäude schmucklos und zweckmäßig. So ist das zweigeschossige, kompakte Torgebäude komplett in rustizierten Sandsteinquadern ausgeführt, einer in der Renaissance beliebten Gestaltung. Zwei Türme mit Zwiebelhelmen - ein in Nürnberg zur Bauzeit sicher seltenes Baumotiv - flankieren das Eingangsportal, über dem ein Wappendreiverein angebracht ist. Der wehrhafte Eindruck unterstreicht die ursprüngliche Bestimmung des Hauses.

Nordseite des Zeugmeisterhauses

Nordwand des Zeugmeisterhauses mit geschweiftem Giebel und profilierten Rundbogenfenstern

Im Krieg brannte das Gebäude aus und wurde daraufhin wiederhergestellt. Allerdings mutet die herumgebaute Kaufhausarchitektur - früher Hertie, jetzt das noch weniger ansehnliche Einkaufszentrum "City-Point" - rücksichtslos an. Nichts deutet hier mehr auf die ehemalige bedeutende Gesamtanlage hin. Das Baudenkmal ist heute zu einer aus dem Zusammenhang gerissenen Staffage degradiert. Es bleibt zu hoffen, daß in Zukunft eine besonnere Planung gelingt. Immerhin beruht die Attraktivität der Nürnberger Innenstadt in besonderem Maße auf den kulturellen Leistungen ihrer Vergangenheit - was einen gesteigerten Qualitäts- und Sorgfaltsmaßstab rechtfertigt.

Detail Zeughaus

Der Wappendreiverein ziert die rusizierte Fassade des Zeugmeisterhauses. Hinter den Fenstern im ersten Obergeschoß wohnte der Zeugmeister

Interessant ist, daß die Zeughäuser auf dem Zwinger der vorletzten Stadtbefestigung standen. Das erklärt auch den langen und schmalen Zuschnitt des Baukomplexes, der sich von dem noch bestehenden Kopfbau bis zur Färberstraße hinzog. Die Gebäude erreichten, von ihrem Bauvolumen her betrachtet, eine "fürstliche Residenz".4 Die riesigen Anlagen waren ursprünglich (und wohl auch gleichzeitig mit der Arsenalnutzung) Kornspeicher, die bis zu ihrer Zerstörung im zweiten Weltkrieg noch als Hopfenlager der in Nürnberg ansässigen, weltweit führenden Hopfenhändler genutzt wurden. Seit über 100 Jahren befindet sich in dem Kopfbau des Zeughauses eine Polizeistation.5

Zeughaus

Ostfassade des wiederaufgebauten Zeugmeisterhauses an der Pfannenschmiedsgasse, direkt neben einer Shopping-Mall (rechts)


1 v. DOTZAUER, Generalmajor a. D.: Das Zeughaus der Reichsstadt Nürnberg, in: MVGN 16 (1904), S. 151 ff. (152).
2 Mitte des 18. Jh. war offenbar noch Ausrüstung für 18.000 Mann gelagert, vgl. KEYSSLER, Johann Georg: Johann Georg Keysslers ... Neueste Reisen durch Deutschland, Boehmen, Ungarn, die Schweiz, Italien und Lothringen, N. Foerster Verlag, 1751, S. 1393.
3 A. a. O. (Fn. 1)., S. 153.
4 So die Beschreibung in: OSTERHAUSEN, Johann Karl: Neues Taschenbuch von Nürnberg, Nürnberg 1819-1822, S. 95.
5 A. a. O. (Fn. 1)., S. 178


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