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(bitte dort die Suchfunktion benutzen)

Wiederaufbau des Pellerhofs!

Website der "Nürnberger Bauernhausfreunde"

Artikel über baukunst-nuernberg.de in der Nürnberger Zeitung vom 08.09.2006

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Literaturhinweise
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Epoche:  Renaissance

Pellerhaus

Egidienplatz 23
Externer Link Karte im Stadtplandienst Nürnberg

1602-1605
Jakob Wolff d. Ä.

Das Pellerhaus am Egidienplatz war vor seiner Zerstörung das beste und prachtvollste Beispiel für die Architektur der deutschen Renaissance. Erbaut wurde es im damals so genannten "italienischen" Stil nach Plänen von Jakob Wolff dem Älteren. Hintergrund der Entstehung dieses Gebäudes ist der Reichtum der Handelsgesellschaft Viatis-Peller, welche eines der größten Vermögen in der damaligen Zeit besaß. Bartholomäus Viatis ließ das Haus für seinen Schwiegersohn Martin Peller errichten.


Hof des Pellerhauses

Hofansicht heute


Das Anwesen gliederte sich, wie bei Nürnberger Bürgerhäusern üblich, in ein Hauptgebäude, einen Nebentrakt und ein Rückgebäude, die einen Hof einschließen. Der kreative Umgang mit den örtlichen Bauvorschriften zeigt sich anhand der Fassade. Trotz der vorgeschriebenen traufständigen Ausführung konnte eine repräsentative Giebelfassade entstehen, da man ein nur wenig schmäleres Zwerchhaus mit der Fassade gestalterisch gelungen verband.

Hofansicht vor dem Krieg

Atemberaubend schön war der Hof des Pellerhauses.

Foto: Bildarchiv Foto Marburg

Der in der Nachkriegszeit (1956/57) erfolgte Wiederaufbau von Fritz und Walter Mayer ist umstritten. Noch heute gehen die Meinungen darüber auseinander. Während der Neubau unter Verwendung alter Teile zum Teil als gelungene zeitgemäße architektonische Lösung gelobt wird, betrachten andere die unterlassene Wiederherstellung als den größten Fehler Nürnbergs in der Nachkriegszeit. Letzterer Meinung schließt sich im Ergebnis auch der Verfasser an. Zwar ist richtig, dass auch der bestehende Bau seine Qualität und einen Wert als Baudenkmal der Nachkriegszeit hat. Auch wird die Leistung der Architekten Mayer für die von ihnen entwickelte Lösung nicht in Frage gestellt.


Heutiges Erscheinungsbild

Heutiges Erscheinungsbild

Eingangshalle des Pellerhauses

Eingangshalle heute

Der Hof zählte zu den aufwändigsten in Nürnberg und war allseitig mit Arkaden versehen. Die Fassade des Rückgebäudes stand derjenigen des Vorderhauses in ihrer Schönheit in nichts nach. Sie zeigt, dass nicht nur nach außen repräsentiert wurde, sondern das Pellerhaus, gerade auch mit seiner früheren Innenausstattung, ein Gesamtkunstwerk war.

ehemaliger Treppenaufgang

Ehemaliger Treppenaufgang

Die frühere Pracht läßt sich nur noch anhand weniger Überreste nachvollziehen. Erhalten bzw. rekonstruiert ist lediglich das Erdgeschoß mit Halle (s. Abb.), der Treppenturm und ein Teil der Hofgalerie. An deren Brüstungen kann das Ringen der Spät- und Nachgotik mit der Renaissance anhand der Verzierungen festgestellt werden. Ein Teil der Innenausstattung des Pellerhauses wurde gerettet und ist im Altstadtmuseum Fembohaus zu besichtigen.

Fassade des Pellerhauses vor dem Krieg

Die berühmte Fassade bis 1945

Foto: Bildarchiv Foto Marburg

Die Qualitäten des Neubaus werden aber vor allem davon überschattet, daß seine Errichtung den Wiederaufbau des Vorderhauses verhindert hat. Es handelte sich eben nicht um irgend ein historisches, zerstörtes Gebäude, sondern ein einzigartiges. Das Pellerhaus war sogar ein so herausragendes Beispiel der Architekturgeschichte, dass es auch heute noch als kunsthistorisches Beispiel herangezogen wird. Seine ursprünglich international überragende Bedeutung lässt es daher als Fehler erkennen, beim Wiederaufbau Kompromisse einzugehen. Mit dem heutigen "Pellerhaus" hat sich vor allem die Nachkriegsgeneration ein Denkmal gesetzt. Viele Jüngere können nicht nachvollziehen, wie es zu dieser Entscheidung kommen konnte. Hätte man die Ruine unangetastet gelassen, hätte es vielleicht eine Chance gegeben, das Anwesen wieder aufzubauen, so wie es die Dresdner mit ihrer Frauenkirche getan haben. So wurde den späteren Generationen die Chance genommen, eine künstlerische Schöpfung von Weltrang in Ausführung zu erleben.

Wiederaufbau der Hoffassade des Pellerhauses

Der Steinmetz Harald Pollmann hat der Stadt Nürnberg behauene Quader für den Wiederaufbau des Hofes des Pellerhauses geschenkt. Der Stadtrat hat sich am 10. Mai 2006 einstimmig dafür ausgesprochen, den Wiederaufbau des Pellerhofs zu unterstützen. baukunst-nuernberg.de unterstützt dieses Vorhaben. Wenn Sie helfen wollen, ein Kunstwerk von europäischem Rang und den wohl schönsten Hof Nürnbergs wiederzugewinnen, schreiben Sie eine E-Mail an mich oder überweisen Sie eine Spende auf folgendes Konto:

Altstadtfreunde Nürnberg e. V., Steinspende Pellerhaus
Kto.-Nr. 660 880 6 bei der Sparkasse Nürnberg, BLZ 760 501 01
Verwendungszweck: Spende Pellerhof


WWW-Verweise und Literaturhinweise

  • BACH, Ruth: Das ehemalige Pellerhaus in Nürnberg, Erlangen 1984 (Mag.-Arb.)
  • BARTETZKO, Dieter: Das Wunder von Nürnberg. Auferstanden aus Ruinen: Ein Jahrhundertbauwerk Deutschlands - das verkannte und vergessene Pellerhaus; in: FAZ vom 30.12.1999
  • BÜCHNER, Dieter: Das "Schöne Zimmer" aus dem Pellerhaus, Nürnberg 1995 (Stadtarchiv); Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte 55
  • LEMPKE, Wayne: Reconstructing the Peller Palace. In: Nürnberger Zeitung vom 22.07.2006
  • SCHAFFER, Reinhold: Das Pellerhaus in Nürnberg, Nürnberg-Berlin, o. J. [1934]


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