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8.9.2009 - VIDEO:
"JUGENDSTIL IN NÜRNBERG" auf nordbayern.de

Video Jugendstil Interview Dr. Michael Metzner


(bitte dort die Suchfunktion benutzen)

Wiederaufbau des Pellerhofs!

Website der "Nürnberger Bauernhausfreunde"

Artikel über baukunst-nuernberg.de in der Nürnberger Zeitung vom 08.09.2006

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Verweise
Literaturhinweise
Künstlerverzeichnis




Epoche:  Renaissance

1550-1650

Der Beginn der Renaissance als Ablösung des Mittelalters ist in Nürnberg auf das zweite Drittel des 16. Jahrhunderts zu datieren. Die Reichsstadt erlebte zur Zeit der  Entdeckung Amerikas, noch der mittelalterlichen Ordnung verhaftet, ihre höchste künstlerische Blüte. Erst nach und nach konnten die Ideen der Wiederentdeckung der klassischen Antike auch in Nürnberg Fuß fassen. Daran waren wiederum vor allem die weitverzweigten Handelsbeziehungen Nürnbergs beteiligt, denn neben reisenden Künstlern brachten Kaufleute aus Italien und anderen europäischen Ländern die Eindrücke der dort bereits errichteten Gebäude mit.

Mit den Bauern- und Markgrafenkriegen um 1525 und 1550 war der Wechsel vom gotischen Stil in die Renaissance in vollem Gange, wenn auch man sich in Nürnberg nicht radikal von der mittelalterlichen Formensprache zu trennen vermochte. Im Detail finden sich aber zahlreiche Hinweise auf die Renaissance, wie zum Beispiel Darstellungen antiker Sagen- und Göttergestalten.



Sakralbau

Im Renaissancestil entstand keine wesentliche Sakralarchitektur. Die Gesellschaft war nicht mehr in mittelalterlichem religiösem Verständnis gebunden, und für große Kirchenbauten waren auch kein Bedürfnis vorhanden. Zum anderen verschoben Reformation und Wiederbelebung antiken Gedankenguts bauliche Prioritäten in den profanen Bereich.


Tugendbrunnen von Wurzelbauer

Tugendbrunnen, 1584-89 von Benedikt Wurzelbauer im Auftrag des Rats gegossen

Bürgerhäuser

Nürnberg war berühmt für seine stattlichen und schönen Patrizierhäuser. Geschäftsleute, vor allem Händler, die reüssiert hatten, ließen in der Stadt äußerst prachtvolle Bürgerhäuser errichten. Die Pracht entfaltete sich meist erst richtig zum Innenhof hin, auch weil die Restriktionen beim Bauen wenig Spielraum für die Fassadengestaltung ließen. Allerdings wurden die meisten der wertvollen Bauten im zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Schlimmste Verluste sind das Toplerhaus und das Pellerhaus. Nur das Fembohaus ist wie durch ein Wunder vollständig erhalten geblieben.


Öffentliche Bauaufgaben

Nürnberg war zu Beginn der Renaissance eine der bevölkerungsreichsten deutschen Städte und von erstrangiger politischer und künstlerischer Bedeutung. Dies wirkte sich auch in der Architektur aus: im öffentlichen Bereich standen diverse Neubauten an, wie zum Beispiel die Errichtung einiger neuer Dienstgebäude sowie die Verbesserung der Infrastruktur (Brücken). Ferner beschloss man, die Stadtbefestigung entsprechend der Entwicklung der Waffentechnik zu verstärken.


Toplerhaus

Toplerhaus, 1590-97 von Jakob Wolff d. Ä.,
1945 total zerstört. Die Fassade lebt fort
im Hotel Deutscher Kaiser.

Foto: Bildarchiv Foto Marburg




Gänsemännchen von Pankraz Labenwolf,
wohl um 1550 entstanden


Herrensitze

Die Nürnberger Herrensitze sind ein besonderer, die Stadt prägender Bautypus, der die historischen Umstände widerspiegelt. Die Herrensitze der Renaissancezeit sind meist turmartig proportioniert, was auf ihre Herkunft von den befestigten Sitzen des Mittelalters hindeutet. Nach Zerstörungen während der Kriege im 15. und 16. Jahrhundert hatten die wirtschaftlich prosperierenden Familien Anlass, die Herrensitze neu zu errichten. Die Nürnberger Herrensitze zählen zu der Gruppe der fränkischen Patrizierschlösser; insgesamt hat es in Nürnberg Dutzende solcher Bauwerke gegeben. Etliche der Schlösser gingen infolge des Krieges verloren, aber auch heute sind noch zahlreiche solcher Sitze vorhanden.

WWW-Verweise und Literaturhinweise

  • FREITAG-STADLER, Renate: Herrensitze im Bereich der Reichtsstadt Nürnberg unter Berücksichtigung des Problems der Weiherhäuser, Erlangen-Nürnberg 1972
  • LEHNER, Max J.: Nürnbergs nächste Umgebung mit besonderer Berücksichtigung der Herrensitze, 2. A., Nürnberg 1913
  • LEUTHEL, Manfred: Herrensitze des Nürnberger Patriziats im Osten der Stadt. Probleme des Eigentums, der Erhaltung und Nutzung, Erlangen-Nürnberg 1976
  • MITTENHUBER, Martina / SCHMIDT, Alexander / WINDSHEIMER, Bernd: Arbeiterwohnungen, Villen und Herrensitze. Der Nürnberger Nordosten, Nürnberg 1998
  • OBERDÖRFER, Andrea: Die Nutzung der Nürnberger Herrensitze in heutiger Zeit unter besonderer Berücksichtigung der im städtischen Besitz befindlichen Objekte, Erlangen-Nürnberg 1997
  • PÖHLMANN, Heinrich: Der Schutz- und Trutzbau der ältesten Nürnberger Herrensitze, Erlangen 1933
  • RUTHROF, Jörg Rainer: Nürnberger Herrensitze der Renaissance. Zur Typologie reichsstädtischer Herrschaftsbauten, Simmelsdorf 1999
  • SCHWEMMER, Wilhelm: Alt-Nürnberger Herrensitze, des Rates wehrhafte Offenhäuser. München 1979





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