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8.9.2009 - VIDEO:
"JUGENDSTIL IN NÜRNBERG" auf nordbayern.de

Video Jugendstil Interview Dr. Michael Metzner


(bitte dort die Suchfunktion benutzen)

Wiederaufbau des Pellerhofs!

Website der "Nürnberger Bauernhausfreunde"

Artikel über baukunst-nuernberg.de in der Nürnberger Zeitung vom 08.09.2006

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Epoche:  Moderne



Bauten von German Bestelmeyer

Literatur- und Internethinweise zu Bestelmeyer

Der Architekt German Bestelmeyer hat mit seinen charakteristischen Bauten das Erscheinungsbild Nürnbergs zwischen den Weltkriegen stark mitgeprägt. Die Bauten des gebürtigen Nürnbergers, der in München lebte, fallen auch heute noch im Stadtbild auf. Schwerpunkt von Bestelmeyers Tätigkeit war der evangelische Kirchenbau. Allein in Nürnberg gehen vier teils monumentale Gotteshäuser auf ihn zurück: die die 1925-1928 erbaute Friedenskirche am Palmplatz, die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche und die Melanchthonkirche sowie die primär Gottfried Dauner zugeschriebene Reformations-Gedächtnis-Kirche.

Bestelmeyer war in Nürnberg zunächst durch den Entwurf der Siedlung am Rangierbahnhof in Erscheinung getreten. Im weltlichen Bereich schuf Bestelmeyer 1916-1920 den Erweiterungsbau des Germanisches Nationalmuseums und den nicht mehr erkennbaren Bau der Klinik Hallerwiese.

Wegen seiner konservativen Haltung und seines monumentalistischen Stils wurde Bestelmeyer als Gefolgsmann des NS-Regimes kritisiert; mittlerweile betrachtet man seine Person aber differenzierter.

Germanisches Nationalmuseum (1916-1920)

Kornmarkt 1

German Bestelmeyer entwarf den Erweiterungsbau für das Germanische Nationalmuseum, der von 1916 bis 1920/21 verwirklicht wurde. Die Bauten verbinden neue und alte Teile des Komplexes, wie zum Beispiel die ehemalige Kirche des Kartäuserklosters. Die dem Kornmarkt zugewandte Fassade des Museums wird ihrer Aufgabe gerecht, weil sie mit ihren Anspielungen auf historische Architektur den Betrachter auf die Exponate vorbereitet und gleichzeitig eine Würde ausstrahlt, die den Eintretenden auf seinen Besuch vorbereitet. Im Inneren legte Bestelmeyer einen Ehrenhof und ein Lapidarium (Sammlung von Steinwerken) an.

Stilistisch ist der Komplex am ehesten dem ausklingenden, klassizisierenden Jugendstil zuzuordnen, allerdings mit individueller Prägung des Baumeisters.



Friedenskirche (1925-1928)

Palmplatz 11

Charakteristisch für Bestelmeyer ist die Verwendung von Backstein, wodurch auch groß dimensionierte Bauten für den Einzelnen erfaßbar werden.

Trotz der maßvoll modern abstrahierten Grundformen und den zeittypischen monumentalistischen Anklängen erkennt man den bewußt gewählten Bezug auf den historischen Bestand. Damit wurde die Bewahrung der hergebrachten Werte betont.

Die Friedenskirche beherbergt heute wertvolle Ausstattungsstücke der kriegszerstörten Heilig-Kreuz-Kirche.

Friedenskirche und Altstadt

Die Friedenskirche harmoniert im Stadtbild mit den Altstadtkirchen

Friedenskirche

Der gewaltige Turm der Friedenskirche beherbergt eine der größten Glocken Nürnbergs

Die Verwendung bestimmter Stilelemente und Materialien, polygonaler Chor und Turmgestaltung weisen deutlich auf die großen Bürgerkirchen der Altstadt hin.Bestelmeyer gelang es so, auf sensible Weise eine Identifikationswirkung zu schaffen, ohne sich im historischen Detail zu verlieren.


Uhr der Friedenskirche

Im Detail zeigt sich Bestelmeyers Vorliebe für handwerkliche Verarbeitung

Gustav-Adolf-Kirche (1930)

Allersberger Straße 114

Die im Zuge der Industrialisierung stark gewachsene Südstadt benötigte ein großes Gotteshaus; so entstand die 1930 fertiggestellte, riesige Gustav-Adolf-Kirche. Auch sie ist ein typischer Bestelmeyer-Bau in Ziegelsteinbauweise, bei dem wieder die archaisierenden Formen (Reiterstandbild, Säulen am Eingang) auftreten.

Wegen sinkender Besucherzahlen wurde in das Kirchenschiff Ende des 20. Jahrhunderts ein mehrstöckiger Einbau eingefügt, der einen Pfarrsaal und diverse Mehrzweckbereiche enthält.





Gustav-Adolf-Kirche

Melanchthonkirche (1938/40)

Angerburger Straße 12

Bestelmeyers Melanchthonkirche in Ziegelstein durfte aufgrund der Nähe zum damaligen Flughafen am Marienberg keinen Kirchturm haben. Der erzwungene Verzicht auf dieses für Sakralarchitektur so wichtige Symbol führte zu einer interessanten Lösung: eine turmartige Wirkung wird wenigstens für den vor der Kirche stehenden Betrachter erzielt, indem ein schmaler Teil des Hauptbaus sich bei gleich bleibender Firsthöhe aus dem Baukörper vorschiebt.

Der so entstehende Mittelrisalit erinnert durch Gestaltung und Proportionen an ein romanisches Westwerk. Bestelmeyer-typisch ist die Eingangspartie: die gemauerten Stützbögen weisen auf Bauwerke der Römischen Antike hin, in der Ziegel in ähnlicher Weise verwendet wurden.



Die Kirche von Nordwesten



Fassade mit bewußten Asymmetrien

Uhrwerk der Melanchthonkirche

Sonne, Mond und Sterne: sogar den Wochentag zeigt Bestelmeyers Uhr an

Die aufwändigen Uhrwerke, die sich an den Bestelmeyer'schen Bauten finden (zum Beispiel auch am "Kroch-Hochhaus" in Leipzig), erinnern an die Uhr der Nürnberger Frauenkirche. Materialwahl, Gestaltung des Zifferblattes und die Ausstattung mit Zusatzfunktionen wie Mondphasen oder mechanischen Spielen machen Sie zu eigenen Sehenswürdigkeiten. Die Begeisterung für das handwerkliche Detail war ein Wesenszug Bestelmeyers, der sich deutlich in seinen Bauten niederschlug, und deren Ausstattung er häufig selbst entwarf.

Melanchthonkirche

Ein weiteres traditionelles Detail:
Aufzugserker an der Nordseite

Außerhalb Nürnbergs

Nur 20 km von Nürnberg entfernt (und daher in diesem Rahmen aufgeführt) entstand in Schönberg bei Lauf kurz nach 1900 eine heimatlich-neugotische Kirche. Ihr Entwurf ist ein frühes Werk von Bestelmeyer, zeigt aber schon typische Züge späterer Werke des Architekten. So ist die Komposition der Bauteile abwechslungsreich und fantasievoll, und die ausschmückenden Details (Wasserspeier, Schriftzüge, Reliefs, in besonderer Weise platzierte Turmuhr, übereinander angeordente Glocken) fehlen auch nicht.

Kirche in Schönberg bei Lauf


Kirche in Schönberg bei Lauf

Proportionen und Formen des Bauwerks sind allerdings noch nicht so überzeugend und klar wie bei späteren Kirchen. Das Dach des Seitenschiffes ist im hessischen Stil über jedem Joch abgewalmt. Der Bau steht auf dem Platz einer kurz vor 1900 abgerissenen Burg, von der noch ein kleiner Wehrturm mit Spitzhelm übrig ist; zu diesem paßt die Kirche, obwohl sie, wie so oft bei neugotischen Bauten, in ihrem Ornat etwas zu märchenhaft dasteht.

Externe WWW-Verweise:

Literaturhinweis:

  • Koch, Florian: German Bestelmeyer, München 1999 (Diss. Univ.)
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